Sonntag, 5 Juli 2020

Glossar: 5G erklärt

5g glossar

2020 ist das Jahr, in dem 5G in Deutschland seinen Durchbruch erlebt. Neben noch mehr Speed bringt 5G vor allem eines mit: Flexibilität und Vielfalt. Wir haben es uns mit diesem Glossar zur Aufgabe gemacht, das Thema 5G greifbarer zu machen. Neben der Beantwortung der wichtigsten Fragen rund um die neue Mobilfunkgeneration erklären wir die zentralen Begrifflichkeiten rund um das Thema 5G.

Was ist 5G?

5G ist die nächste Mobilfunkgeneration. Im Vergleich zu 4G ist das 5G-Netz nicht nur schneller, sondern weitaus flexibler und bietet spezielle Anwendungsprofile. So gibt es beispielsweise mit mMTC ein sehr sparsames Anwendungsprofil, das für das Internet der Dinge wichtig ist. Das Anwendungsprofil uRLLC dagegen bietet eine sehr hohe Zuverlässigkeit für ultrakritische Anwendungen wie selbstfahrende Autos oder Fern-Operationen. 5G ist damit nicht nur ein einzelnes Netz, sondern vereint viele einzelne Netze unter einem Schirm. Außerdem ist 5G sicherer: Die großen Schwachstellen von 4G wurden ausgebügelt.

Wie schnell ist 5G?

Die Geschwindigkeit von 5G betrifft zwei Aspekte. Einmal sind die Datenraten deutlich höher, was für Streaming oder Virtual Reality wichtig ist. Gleichzeitig verringert 5G aber im Vergleich zu 4G auch die Latenz – also die Verzögerung bei der Kommunikation zwischen Nutzer und Dienst. Das ist beispielsweise für Spiele wichtig, in denen es auf schnelle Reaktionen ankommt. Die hohe Geschwindigkeit in diesen beiden Aspekten bedeutet auch, dass es langfristig gesehen keine Rolle mehr spielt, wo Daten oder Rechenleistung liegen. Ein konkreter Anwendungsfall wären aufwändige Spiele auf dem Smartphone, bei denen die Grafikberechnung nicht lokal erfolgt.

Was nutzt mir 5G sonst noch?

Neben der Geschwindigkeit und den erwähnten Anwendungsprofilen bietet 5G auch eine erhöhte Sicherheit. Viele Schwachstellen von 4G und dessen Vorgängern wurden im 5G-Protokoll behoben. Wichtige Aspekte sind etwa die Verschlüsselung der Nutzeridentität oder die Anmeldungskonventionen beim Datenroaming. Abseits des Smartphones wird 5G ein großer Motor für das Internet der Dinge. Einerseits wird die Anbindung unzähliger Geräte an das Internet vereinfacht – andererseits ermöglicht 5G kritische Anwendungen wie autonomes Fahren.

Brauche ich für 5G ein neues Smartphone?

Kurz gesagt: ja. Um das 5G-Netz zu nutzen, ist ein Smartphone mit einem 5G-Modem zwingend erforderlich. Allerdings wird 5G das 4G-Netz nicht ersetzen, sondern ergänzen. Es besteht also kein Grund zur Sorge, demnächst mit einem 4G-Smartphone auf dem „Trockenen“ zu sitzen. Um allerdings in den Genuss der 5G-Vorteile zu kommen, führt kein Weg an einem kompatiblen Smartphone vorbei.

Wo ist 5G verfügbar?

Die Mobilfunkprovider bauen 5G zunächst dort aus, wo sie die meisten Menschen erreichen – also in den Ballungsgebieten. In Berlin, München oder Hamburg wird es also schneller gehen als in Buxtehude. 5G spielt aber auch beim Thema Breitbandausbau eine wichtige Rolle. So ist 5G es eine kostengünstige Alternative zum Glasfaser-Ausbau, um die „letzte Meile“ zu überbrücken. Der Ausbau von Funkverbindungen ist schließlich mit deutlich weniger Aufwand verbunden als das Verlegen unterirdischer Kabel.

Ist 5G gesundheitsgefährlich?

Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ist 5G nicht gefährlich. Die in Deutschland zunächst eingesetzten 5G-Frequenzen kommen auch bereits seit Jahren bei älteren Mobilfunkstandards und WLAN zum Einsatz. Entsprechend sind die Auswirkungen der Strahlung auf den menschlichen Körper gut erforscht. Zu den extrem hohen Frequenzen im mmWave-Bereich ist die Datenlage hingegen dünner. Bis diese Frequenzen in Deutschland verwendet werden, dürfte es aber sicherlich noch ein paar Jahre dauern. Bis es so weit ist, liegen vermutlich genauere Daten aus Ländern vor, die jetzt schon mit dem mmWave-Ausbau begonnen haben.

Das erste Mobiltelefon und das erste 5G-Smartphone – beide von Motorola.
Das erste Mobiltelefon und das erste 5G-Smartphone – beide stammen von Motorola.

Glossar

1G 2G 3G 4G
3GPP 5G CN 5G-Frequenzen 5G NR
5G NSA 5G SA Authentifizierung Base Station
Beamforming Carrier Aggregation Datenintegrität Edge Computing
eMBB Erstes 5G-Smartphone Fixed Wireless (FWA) IMSI
IMT-2020 Latenz Letzte Meile (Massive) MIMO
mMTC mmWave Network Slicing Micro- bis Femtocell
RAN Refarming Release Shannon-Grenze
Small Cell Sub-7(-GHz) SUPI uRLLC

1G

Als „1G“ werden rückblickend die analogen Funkstandards der ersten Mobiltelefone betrachtet. Es handelt sich dabei um die A-, B- und C-Netze, die zwischen 1958 und 2000 in Deutschland betrieben wurden. Das erste echte Mobiltelefon war übrigens das Motorola DynaTAC 8000x, das am 21. September 1983 zugelassen wurde. Gut erhaltene Geräte erzielen auf dem Gebrauchtmarkt Preise jenseits der 10.000 Euro.

2G

In der sogenannten zweiten Generation wurde die Mobiltelefonie digital. Der auf GSM basierende Mobilfunkstandard kam ab 1990 zunächst als D-Netz und später als E-Netz nach Deutschland und sorgte für die flächendeckende Verbreitung der Handys. Eine der größten Neuerungen von 2G für Endverbraucher war übrigens der Versand von SMS. Die GSM-Erweiterung Edge verbesserte ab etwa 2006 den Datendurchsatz von 2G auf bis zu 220 kbit pro Sekunde bei Downloads.

3G

Der 3G-Standard ist auch unter dem Namen UMTS bekannt, kurz für: Universal Mobile Telecommunications System. Die kommerzielle Einführung in Deutschland startete im Jahr 2004. Mit der Erweiterung HSPA war eine signifikante Steigerung der Datenübertragungsraten möglich. Das wiederum legte die technische Grundlage für den Durchbruch bei den Apps. Der HSPA+-Standard ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 42 MBit pro Sekunde im Downstream.

4G

Die vierte Mobilfunkgeneration sorgt gerne für Missverständnisse. So fällt erst der LTE-Advanced-Standard wirklich in die Kategorie „4G“, während das normale LTE auch als „3.9G“ bezeichnet werden kann, da LTE nicht die 4G-Anforderungen erfüllt. Der Schritt von 3G zu 4G ging mit einem erneuten Sprung bei den möglichen Datenraten einher – und brachte günstige Mobilfunktarife mit gigantischen Datenvolumen mit sich. Damit war die technische Grundlage für das ubiquitäre Videostreaming und die audiovisuellen (sozialen) Medien geschaffen, wie wir sie heute kennen.

3GPP

3GPP steht für 3rd Generation Partnership Projekt. Wie der Name verrät, wurde die globale Kooperation zur weltweiten Standardisierung des 3G-Standards ins Leben gerufen. Deutschland beziehungsweise Europa ist hier durch das ETSI vertreten, das European Telecommunication Standards Institute. Die weiteren sogenannten Organisational Partners sind Organisationen aus China, Indien, Japan, Korea sowie den USA. Die 3GPP ist auch für die Standardisierung der 4G- und 5G-Standards zuständig – und hat das früher gebräuchliche Handy-Videoformat mit der Dateiendung .3gp spezifiziert.

5G-CN

Die Umstellung auf 5G bedeutet nicht nur ein Upgrade des Funkstandards. Auch das Netz, das die Basisstationen mit dem Internet verbindet, erfährt ein Upgrade. Dieses 5G-Kernnetz heißt auf Englisch 5G Core Network, weswegen die Akronyme 5G CN oder 5GC gebräuchlich sind. Für Standalone-5G ist ein Ausbau des 5G-Core-Networks erforderlich. 5G NSA setzt weiterhin auf das 4G-Kernnetz namens Evolved Packet Core (EPC).

5G-Frequenzen

Bei 5G werden zwei verschiedene Frequenzbereiche unterschieden. Die sogenannte erste Frequency Range (FR1) bezeichnet die niedrigeren Frequenzen im Bereich bis 7 GHz. Diese oder ähnliche Frequenzen nutzen auch die aktuellen Standards von 2G bis 4G sowie WLAN. Wellen-Neuland betreten wir in der zweiten Frequency Range (FR2), die mit etwa 26 bis 40 GHz deutlich kurzwelligere Frequenzen nutzt. In Deutschland startet 5G zunächst nur in der FR1, die entsprechend der Wellenlängen der verwendeten Frequenzen auch als Sub-7-GHz-Bereich bezeichnet wird.

5G NR

Häufig ist bei 5G auch der Zusatz „NR“ zu lesen. „NR“ steht für „New Radio“, also für die „neuen Funkfrequenzen“. 5G NR bezeichnet die Funktechnologie, auf der der neue 5G-Funkstandard aufbaut – also die Luftschnittstelle zwischen Nutzer und Internet. Das neue Kernnetz für 5G ist das sogenannte 5G Core Network, auch als 5G CN oder 5GC abgekürzt. Die Spezifizierung von 5G NR wurde von 2015 bis 2017 von der 3GPP entwickelt und schließlich Ende 2017 veröffentlicht.

5G NSA

Nein, der Auslandsgeheimdienst der USA hat hier ausnahmsweise mal nichts verloren. Im 5G-Kontext steht „NSA“ für Non-Stand-Alone. Diese Spezifikation der 3GPP bedeutet, dass eine bestehende LTE-Basisstation durch eine 5G-NR-Basisstation erweitert wird. Die verbundenen Nutzer profitieren dann von höheren Geschwindigkeiten und niedrigeren Latenzen, zumindest über die Luftschnittstelle der Verbindung. Die Kontrolle des Netzzugangs läuft bei 5G NSA weiterhin über die 4G-Luftschnittstelle und das 4G-Kernnetz EPC. Der Datentransport nach der Luftschnittstelle erfolgt nach wie vor über das 4G-Kernnetz EPC.

5G SA

Für den Standalone-Betrieb von 5G sind nicht nur neue Basisstationen erforderlich. Auch das 5G-Kernnetz (5G CN), an dem die Basisstationen angeschlossen sind, muss entsprechend ausgebaut sein. Der Standalone-Ausbau von 5G ist deutlich teurer als der NSA-Ausbau, da hier nicht nur die Luftschnittstelle, sondern auch die Netzwerkinfrastruktur ausgebaut werden muss. Viele Funktionen von 5G werden jedoch erst mit der Standalone-Variante zur Verfügung stehen, darunter beispielsweise Network Slicing mit den drei derzeit spezifizierten Anwendungsprofilen eMBB, mMTC und uRLLC.

Authentifizierung

Die Authentifizierung bezeichnet das Anmelden des Nutzers im Mobilfunknetz. Ein wichtiger Unterschied besteht hier bei 5G beim Roaming. Die Authentifizierung geschieht hier stets über das Heimnetz, sodass der Mobilfunkbetreiber sich auch wirklich sicher ist, dass der Nutzer sich auch tatsächlich in dem jeweiligen Roaming-Netzwerk befindet.

Base Station

Die Base Station beziehungsweise Basisstation ist der direkte Kommunikationspartner des drahtlosen Endgeräts. Die Base Station terminiert die Luftschnittstelle zum Endgerät und ist verbunden mit dem Kernnetz (zum Beispiel EPC oder 5G CN) über die Backhaul-Verbindung. Die Base Station kann eine oder mehrere Funkzellen bedienen. Die Base Station kann unterschiedliche Technologien unterstützen wie UMTS, LTE oder NR.

Beamforming

Das Beamforming ist eine bei 5G eingesetzte Technologie, um die Performance der Endgeräte zu verbessern. Der Trick besteht darin, die Signale von bis zu mehreren Dutzend 5G-Antennen durch Phasenverschiebung zu überlagern und in Richtung des Nutzers zu bündeln. Die dafür erforderlichen aktiven Antennen können somit auch Nutzer am Rand der Funkzelle mit hoher Signalstärke versorgen, was die mögliche Datenrate erhöht und die Netzabdeckung verbessert. Das Beamforming kann auch an den Ressourcenbedarf des Nutzers angepasst werden.

Carrier Aggregation

Carrier Aggregation (CA) ist kein neues Feature von 5G. Bereits seit LTE können mobile Endgeräte durch die Kombination mehrerer Frequenzkanäle (englisch: Carrier) den Datendurchsatz erhöhen und die Netzabdeckung verbessern. Die Kanäle können wahlweise alle im gleichen Frequenzband liegen (Intra-Band Aggregation) oder in unterschiedlichen Frequenzbändern (Inter-Band Aggregation). Um Interferenzen zu minimieren, ist eine räumliche Ressourcentrennung der Kanäle stets von Vorteil.

Datenintegrität

Ob Online-Banking oder private Nachrichten: Bei der Datenkommunikation soll niemand mithören können. Der 5G-Standard bringt neue Technologien mit, um die Datenintegrität zu wahren. Durch eine verbesserte Verschlüsselung mit 128 statt 64 Bit oder einem besseren Authentifizierungsverfahren werden Man-in-the-Middle-Attacken erschwert, bei denen ein Angreifer den Datenverkehr abhören kann. Eine wichtige Rolle spielt hier die korrekte Konfiguration der Sicherheitsfeatures seitens der Netzbetreiber.

Edge Computing

Während beim Cloud-Computing Dienste auf zentralen Servern ausgeführt werden, geht das sogenannte Edge Computing einen Schritt weiter. Die Datenverarbeitung erfolgt hier dezentral und möglichst nah beim Nutzer, um die Laufzeiten zu minimieren und die Effizienz des Netzwerks zu optimieren. Dieser auch als Multi-Access Edge Computing (kurz: MEC) bezeichnete Ansatz ist zwar keine völlig neue Idee, profitiert aber enorm von dem Echtzeitzugang mit hoher Bandbreite, den 5G bietet.

eMBB

eMBB ist eines von derzeit drei Anwendungsprofilen von 5G. eMBB ermöglicht hohe Datenraten, wie sie etwa für schnelle Downloads, Video-Streaming oder Virtual-Reality-Anwendungen erforderlich sind. Durch den Einsatz von Network Slicing und Massive MIMO beziehungsweise Beamforming soll 5G in den nächsten Jahren Datenraten von bis zu 10 oder 20 GBit pro Sekunde erreichen.

Erstes 5G-Smartphone

Nicht nur das erste Mobiltelefon, sondern auch das erste serienreife 5G-Smartphone der Welt wurde von Motorola gebaut. Ein spezieller 5G-MotoMod verwandelte die Mobiltelefone der Moto-Z-Reihe in 5G-Smartphones – und das bereits im Jahr 2018.

Fixed Wireless (FWA)

Der Breitbandausbau ist in Deutschland ein leidiges Thema. Haushalte außerhalb der Ballungsgebiete mit schnellem Breitband-Internet zu versorgen, ist aufgrund der zu verlegenden Kabel ein enormer Aufwand. Eine günstige Alternative stellt hier Fixed Wireless (FWA) da. Hier wird die sogenannte „letzte Meile“ drahtlos durch festinstallierte 5G-Sende- und -Empfangseinheiten überbrückt.

IMSI

IMSI steht für International Mobile Subscriber Identity und bezeichnet die Langzeitidentität der Mobilfunkteilnehmer im GSM-, UMTS- und LTE-Netz. Die IMSI dient der Identifizierung der Teilnehmer im Mobilfunknetz und ist an die SIM-Karte gekoppelt. Zahlreiche Schwachstellen von 4G und älteren Standards setzten an der unverschlüsselten Übertragung der IMSI an. So ließen sich beispielsweise mit IMSI-Catchern über eine Man-in-the-Middle-Attacke der Datenverkehr und Mobiltelefonate mithören. IMSI-Catcher gehören in Deutschland zum festen Repertoire der Strafverfolgungsbehörden. Bei 5G wird die IMSI verschlüsselt übertragen und heißt fortan SUPI.

IMT-2020

IMT-2020 (International Mobile Telecommunications 2020) bezeichnet die Anforderungen an den 5G-Standard, die im Jahr 2015 von der Internationalen Fernmeldeunion ITU für Netze, Geräte und Dienste spezifiziert wurden. Aus dem IMT-2020-Standard ergeben sich die drei Anwendungsprofile eMBB, mMTC und uRLLC mit Spezifikationen hinsichtlich Latenz, Bandbreite, Verbindungsdichte, Energieeffizienz und mehr.

Latenz

5G verbessert nicht nur die Download-Geschwindigkeit, sondern auch die Latenz. Die Latenz bezeichnet die Laufzeit der Datenpakete vom Nutzer zum Server. Eine kurze Laufzeit ist beispielsweise für Online-Spiele wichtig, bei denen es auf jede Millisekunde ankommt – etwa bei FPS-Spielen. Auch das sogenannte Cloud-Gaming erfordert niedrige Latenzzeiten. Statt die aufwändige Grafik lokal auf dem Endgerät zu berechnen, ist die Rechenleistung in die Cloud ausgelagert, das Spiel kommt quasi per Videostream zum Nutzer. Dies funktioniert jedoch nur bei Latenzzeiten unterhalb der 10 Millisekunden verzögerungsfrei.

Letzte Meile

Die letzte Meile ist der Problembär des Breitbandausbaus. Während die Vermittlungsstellen in der Netzinfrastruktur bereits überwiegend mit schnellen Glasfaser-Leitungen angebunden sind, hängen die einzelnen Haushalte noch mit alten Kupferleitungen am Netz. Im Vergleich zur Highspeed-Anbindung der Vermittlungsstellen ist der Aufwand jedoch gigantisch, sollen alle Haushalte neu verkabelt werden.

(Massive) MIMO

MIMO steht für Multiple Input, Multiple Output. Bei der Mobilkommunikation bedeutet das, dass sowohl Basisstation als auch Smartphone über mehrere Antennen gleichzeitig miteinander kommunizieren können. Bereits LTE unterstützt das sogenannte 4×4 MIMO. Hier kommunizieren Sende- und Empfangsgerät über jeweils vier Antennen miteinander, was die Geschwindigkeit nahezu verdoppeln soll. 5G unterstützt Massive MIMO. Entsprechend ausgestattete Basisstationen können hier auch mal mit mehr als 1000 Antennen senden.

mMTC

Wenn der Toaster mit dem Kühlschrank … wie der Name „Massive Machine Type Communications“ andeutet, zielt das mMTC-Anwendungsprofil auf das Internet der Dinge ab. Im Mittelpunkt steht hier eine energiesparende Anbindung von extrem vielen Geräten. Neben der hohen Gerätedichte ist auch ein niedriger Energieverbrauch wichtig, um etwa batteriebetriebene Kleinstgeräte mit langen Laufzeiten betreiben zu können. Beispiele wären Wearables, Fenstersensoren für die Alarmanlage oder kabellos installierbare Lichtschalter.

mmWave

Die Begriffe mmWave beziehungsweise Millimeter-Wave sind auch gebräuchlich, um die Frequency Range 2 (FR2) zu bezeichnen. Mit Frequenzen von etwa 24 bis 71 GHz befindet sich die Wellenlänge der Strahlung im Millimeter-Bereich – daher rührt der Name. In Deutschland ist eine Nutzung dieses Frequenzbereichs durch 5G noch nicht absehbar. Der Ausbau des 5G-Netzes konzentriert sich derzeit vollständig auf den Sub-7-GHz-Bereich.

Network Slicing

Ein Network Slice stellt ein logisches oder dediziertes Netzwerk dar, das ein Teil des gesamtes 5G-Netzwerks ist. Das Network Slice kann auch als Netzwerkprofil dargestellt werden, das für ein bestimmtes Anwendungsprofil angepasst ist. Zum Beispiel können Streaming-Anwendungen sehr hohe Datenraten bereitstellen und über ein separates Network Slice laufen, während gleichzeitig eine kritische uRLLC-Anwendung wie ein autonomes Fahrzeug über ein anderes Network Slice läuft. Diese Virtualisierbarkeit des 5G-Netzwerks wird als Network Slicing bezeichnet.

Microcell, Picocell, Femtocell

Jeder kennt es: Das Mobilfunknetz ist ein Flickenteppich. Um die weißen Flecken zu stopfen, eignen sich Zellen mit unterschiedlicher Sendeleistung. Die ganz kleinen Femto-Zellen eignen sich für einzelne Räume oder kleine Gebäude und werden meist im privaten Bereich verwendet. Pico-Zellen versorgen ganze Gebäude mit Mobilfunkzugang und kommen im Business-Bereich zum Einsatz, etwa in Einkaufszentren. Mikro-Zellen schließlich eignen sich für bevölkerungsstarke Ballungsgebiete oder Flughäfen und Großbahnhöfe.

RAN

Das Radio Access Network (RAN) ist der Teil eines Telekommunikationssystems, der einzelne Geräte wie beispielsweise ein Mobiltelefon über die Funktechnologie (5G NR) mit anderen Teilen eines Netzwerks verbindet, etwa mit der Basisstation. Es stellt außerdem die Verbindung zu dem Kernnetzwerk (Core network CN) her. Der 5G-Standard erweitert den Funktionsumfang des RANs um wichtige Features wie (Massive) MIMO oder Beamforming.

Refarming

Insbesondere zum Start nutzt 5G nicht nur neue Frequenzbänder. Stattdessen werden auch Frequenzen aus dem GSM-, UMTS- und 4G-Bereich für 5G recycelt. Bei dieser Wiederverwertung von Frequenzen spricht man vom sogenannten „Refarming“. Während die Nutzung des gleichen Frequenzbereichs keine Steigerung der Datenraten um ganze Größenordnungen erlaubt, profitieren die Nutzer dennoch von der verbesserten Sicherheitstechnologie von 5G oder den verschiedenen Anwendungsprofilen, was beispielsweise energieeffiziente Geräte angeht.

Release

Die Entwicklung der Mobilfunkstandards durch die 3GPP erfolgt in sogenannten Releases, mit denen jeweils technische Spezifikationen verabschiedet werden. Diese Releases sind aufsteigend durchnummeriert. Der Release 15 etwa beinhaltete viele Themen rund um 5G NSA, das in weiten Teilen noch auf 4G-Infrastruktur aufsetzt. Der aktuelle Release 16 von Juni 2020 bringt unter anderem Updates in den Bereichen MIMO und Dynamic Spectrum Sharing (DSS) mit.

Shannon-Grenze

Die Shannon-Grenze ist nach dem Shannon-Hartley-Gesetz die maximale Datenrate, die noch rauschfrei bei einer bestimmten Frequenz erreicht werden kann. Die Datenrate ist hier proportional zur Frequenz. Nachdem die spektrale Effizienz beim 4G-Standard schon gut ist, lässt sich die Geschwindigkeit bei 5G bei gleicher Frequenz nicht mehr stark steigern. Höhere Frequenzen im FR2-Spektrum dagegen haben noch mehr „Luft nach oben“, was den Datendurchsatz angeht.

Small Cell

Ob in der U-Bahn oder beim Oktoberfest: Small Cells sind kleine Funkbasisstationen, die entweder an schwer zugänglichen Orten oder an Orten mit hoher Teilnehmerzahl eingesetzt werden können. Nachdem insbesondere die leistungsstarken 5G-Frequenzen aus dem mmWave-Bereich eine geringere Reichweite haben, werden Small Cells eine große Rolle spielen. Je nach Größe der Small Cell wird sie auch als Femtozelle, Picozelle oder Mikrozelle bezeichnet.

Sub-7(-GHz)

Als Sub-7 werden jene Frequenzen im Bereich bis 7 GHz bezeichnet. Damit ist Sub-7 quasi ein Synonym für die Frequency Range 1 (FR1). In der Vergangenheit war auch der Begriff Sub-6 im Sinne der Frequenzen bis 6 GHz gebräuchlich. Nachdem die 3GPP inzwischen zum unteren Frequenzbereich auch Frequenzen bis 7,125 GHz hinzugefügt hat, wird das untere der beiden Frequenzbänder nun als Sub-7 bezeichnet.

SUPI

Die Identifizierung der Mobilfunkteilnehmer erfolgt bei 5G nicht mehr über die zuvor gebräuchliche IMSI, sondern über die sogenannte SUPI. Der Subscription Permanent Identifier wird bei jeder Authentifizierung auf dem Endgerät neu verschlüsselt und übertragen. Der dafür verwendete Schlüssel ist auf der SIM-Karte des Nutzers gespeichert. So soll gewährleistet sein, dass nur der Netzbetreiber den jeweiligen Mobilfunkteilnehmer identifizieren kann.

uRLLC

uRLLC ist eines von derzeit drei Anwendungsprofilen von 5G. Das Akronym steht für ultra Reliable Low-Latency Connections, also für ultra-zuverlässige Verbindungen mit geringer Latenz. Das teilweise auch als cMTC bezeichnete Anwendungsprofil ist für kritische Anwendungen geeignet, die eine hohe Verbindungssicherheit erfordern. Typische Beispiele sind Industrieanwendungen, selbstfahrende Autos oder Fern-Operationen, bei denen sich Chirurg und der Patient nicht am gleichen Ort befinden.

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